Marktanalysen
Mietmarkt Berlin zur Jahresmitte 2019
Mietpreise Berlin Mitte 2019: Das Wachstum verlangsamt sich auf 2,2 Prozent
Die Berliner Angebotsmieten stiegen zur Jahresmitte 2019 nur noch um 2,2 Prozent. Nach Jahren mit zweistelligen Zuwächsen geht der Markt in eine Seitwärtsbewegung über. Die Bezirke entwickeln sich dabei sehr unterschiedlich.
Peter Guthmann
Der Berliner Mietmarkt hat sich zur Jahresmitte 2019 spürbar beruhigt. Die Daten für Juli 2019 bestätigen, was sich in den Vormonaten abzeichnete: Die mittlere Angebotsmiete für Bestandswohnungen am freien Markt lag bei rund 11,30 EUR/m² nettokalt. Im Vergleich zum Juli 2018 entspricht das einem Plus von 2,2 Prozent. Die Mietentwicklung bewegt sich damit nur knapp über der Inflationsrate. Im Neubausegment stiegen die Mieten etwas stärker, um 4,4 Prozent auf einen Median von 16,60 EUR/m², aber auch hier lässt die Dynamik nach.
Das Ende der zweistelligen Zuwächse
Die Zahlen fallen in den historischen Kontext: Von 2016 auf 2017 betrug der Mietanstieg noch 13,3 Prozent. Von 2017 auf 2018 halbierte er sich auf 5,2 Prozent. Jetzt liegt er bei 2,2 Prozent. Einen Rückgang der Mieten in der Breite zeigen die Daten zwar nicht, aber die Phase der schnellen Steigerungen ist vorbei. Der Berliner Wohnungsmarkt geht auf hohem Niveau in eine Seitwärtsbewegung über.
Konsolidierung statt schneller Rendite
Für Eigentümer und Investoren verschiebt sich der Fokus. Die Zeiten, in denen fast jede Investition in Wohnungen in Berlin kurzfristig hohe Renditen durch Mietanpassungen brachte, sind vorerst vorbei. Jetzt zählen Mikrolage, Objektzustand und langfristige Werthaltigkeit stärker. Mietanpassungen müssen sorgfältiger geplant werden und sind enger an die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung gekoppelt. Gleichzeitig bietet ein stabilerer Markt mehr Planungssicherheit für langfristige Anlagestrategien.
Unterschiedliche Entwicklung in den Bezirken
Die Entwicklung ist nicht einheitlich. Im Monatsvergleich Juni zu Juli 2019 gaben die Angebotsmieten in den östlichen Bezirken nach: Marzahn-Hellersdorf mit minus 5,0 Prozent, Weissensee mit minus 4,3 Prozent und Lichtenberg mit minus 3,2 Prozent. Auf der anderen Seite standen Moabit mit plus 7,1 Prozent und Neukölln mit plus 5,2 Prozent. Im 12-Monats-Vergleich sind die Mieten in Neukölln allerdings leicht um 0,10 EUR/m² gesunken, was die Volatilität einzelner Teilmärkte unterstreicht.