Marktanalysen
Berliner Mietspiegel 2013
Mietspiegel 2013: Berlins Durchschnittsmiete steigt auf 5,54 Euro pro Quadratmeter
Senator Müller hat den Mietspiegel 2013 vorgestellt. Die gewichtete Durchschnittsmiete liegt bei 5,54 €/m² nettokalt, ein Plus von 3,1% gegenüber 2011.
Peter Guthmann
Senator Michael Müller hat den Berliner Mietspiegel 2013 veröffentlicht. Der Mietspiegel wird alle zwei Jahre gemeinsam mit Mieter- und Vermieterverbänden erstellt und dient als Referenz für Mieterhöhungen bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete. Die Daten beruhen auf einer Erhebung zum Stichtag 1. September 2012.
Die Zahlen
Die gewichtete durchschnittliche Nettokaltmiete liegt bei 5,54 €/m². 2011 waren es noch 5,21 €/m². Das entspricht einem Anstieg von 3,1%. Laut Senatsverwaltung ist das angesichts des angespannten Marktes ein moderater Wert.
Überdurchschnittlich gestiegen sind die Mieten in drei Segmenten:
- Altbauten (Baujahr bis 1918)
- Einfache Wohnlagen
- Kleine Wohnungen
Unterdurchschnittlich entwickelten sich die Baujahre 1950 bis 1990 (Ost) sowie mittlere und gute Wohnlagen. Das deutet auf einen Aufholeffekt in den bisher günstigeren Segmenten hin.
Was der Mietspiegel für Eigentümer bedeutet
Der Mietspiegel ist die rechtliche Grundlage für Mieterhöhungen bei laufenden Verträgen. Eigentümer von Wohnungen in Berlin können auf dieser Basis die Miete bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete anpassen, begrenzt durch die seit 2013 geltende Kappungsgrenze von 15% in drei Jahren. Die Marktentwicklung bestätigt, dass der Berliner Mietmarkt stabil wächst, aber zunehmend reguliert wird.
Bezirke im Detail: Neukölln und Wedding
Der Aufholeffekt in einfachen Wohnlagen zeigt sich besonders in Neukölln. Im nördlichen Teil, dem sogenannten Kreuzkölln, nähern sich die Mieten dem Niveau des benachbarten Kreuzbergs an. Auch der Wedding im Bezirk Mitte gewinnt an Nachfrage, vor allem wegen der größeren Wohnungen zu noch moderaten Preisen und der Nähe zum Regierungsviertel.
Der Senat plant neben der Kappungsgrenze und dem Zweckentfremdungsverbot auch den Neubau von bezahlbarem Wohnraum. Die Transaktionsdaten aus unserem Marktbericht für Mietshäuser deuten darauf hin, dass sich der Preisanstieg bei Kaufimmobilien etwas verlangsamt. Das spricht für eine Konsolidierung, nicht für eine Blase.