Marktanalysen
Standortanalyse für Investoren
Warum Berlins Startup-Boom 2022 neue Chancen für Immobilieninvestoren schafft
Die Berliner Gründerszene zieht Talente und Kapital an. Für Immobilieninvestoren bedeutet dieser Boom eine steigende Nachfrage nach Wohn- und Gewerbeflächen. Welche Potenziale ergeben sich daraus?
Peter Guthmann
500 Gründungen pro Jahr, 10,5 Milliarden Investitionsvolumen
Berlin ist Europas führender Startup-Standort. Rund 500 Neugründungen pro Jahr, dazu ein Investitionsvolumen von 10,5 Milliarden Euro allein in 2021 (laut EY), fast dreimal so viel wie im Vorjahr. Zalando, Delivery Hero, HelloFresh: alles Berliner Gründungen. Und neben den großen Namen wachsen ständig neue Unternehmen in den Bereichen Mobilität, Agrartech und Proptech nach.
Für den Immobilienmarkt hat das direkte Folgen. Tausende gut ausgebildete, internationale Fachkräfte ziehen jedes Jahr nach Berlin. Sie suchen Wohnungen, und sie suchen sie bevorzugt in den Vierteln, in denen die Szene sitzt.
Wo die Szene wohnt und arbeitet
Die Startup-Kultur konzentriert sich auf bestimmte Bezirke. Mitte, Kreuzberg und Neukölln sind als Zentren der Tech- und Kreativwirtschaft etabliert. Hier gibt es die höchste Dichte an Co-Working-Spaces, Networking-Events und dem urbanen Umfeld, das internationale Gründer schätzen. Für Immobilieneigentümer in diesen Lagen bedeutet das eine stabile Nachfrage nach kompakten Wohnungen, möblierten Apartments und flexiblen Gewerbeflächen.
Günstig im internationalen Vergleich
Der Zuzug junger Arbeitskräfte aus Paris, Rom, Madrid und London verstärkt den Druck auf den Wohnungsmarkt. Allerdings: Im internationalen Vergleich sind Berlins Mieten und Kaufpreise nach wie vor moderat. Dass der Senat in den vergangenen Jahren eher auf Mietpreisregulierung als auf Neubau gesetzt hat, hat das Angebot zusätzlich verknappt. Hohe Nachfrage, begrenztes Angebot: Für Eigentümer und Investoren sind das gute Voraussetzungen.
Großprojekte für die nächsten Jahrzehnte
Die Dynamik wird durch strategische Großprojekte weiter gestützt. Auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tegel entsteht mit der Urban Tech Republic ein Forschungs- und Industriepark. In Spandau entwickelt Siemens einen modernen Campus für Forschung und Wohnen. Dazu kommen der Technologiepark Adlershof und die wachsende Zahl von Gründer- und Technologiezentren in der ganzen Stadt. Diese Projekte sichern die Nachfrage nach Wohnraum auf Jahre hinaus und damit auch die Attraktivität für Immobilieninvestments in Berlin.