Marktanalysen
Wirtschaftsdaten und Immobilienmarkt
Strukturdaten Berlin 2015: Einkommen steigen, Tourismus auf Rekordniveau
Die Kaufkraft der Berliner stieg im dritten Quartal 2014 um 2,1 Prozent, die Inflation lag bei nur 0,7 Prozent. Gleichzeitig verzeichneten die Hotels fast eine Million Gäste allein im November.
Peter Guthmann
Die Strukturdaten für Berlin fielen Anfang 2015 positiv aus. Sowohl die Einkommensentwicklung als auch die Touristenzahlen sprachen für eine weiterhin hohe Nachfrage nach Wohnraum in der Hauptstadt.
Reallöhne steigen
Laut Amt für Statistik Berlin-Brandenburg lag der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst im dritten Quartal 2014 bei 2.897 Euro. Das waren 2,1 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Die Verbraucherpreise stiegen im selben Zeitraum nur um 0,7 Prozent. Unterm Strich hatten die Berliner also spürbar mehr Geld zur Verfügung. Das erhöhte die Fähigkeit der Haushalte, höhere Mieten zu tragen oder Wohneigentum in Berlin zu erwerben.
Tourismusrekord im Mauerfall-Jubiläumsmonat
Im November 2014, dem Monat des 25. Mauerfalljubiläums, zählten Berlins Hotels fast eine Million Gäste und 2,2 Millionen Übernachtungen. Gegenüber dem Vorjahr bedeutete das ein Plus von 9,2 Prozent bei den Gästen und 10,2 Prozent bei den Übernachtungen. Der Zuwachs kam gleichermaßen aus dem Inland (+9,2 %) und dem Ausland (+9,3 %).
Besonders stark wuchsen die Gästezahlen aus Großbritannien (+20,6 %), den USA (+20 %) und Dänemark (+21 %). Auffällig war außerdem ein Plus von fast 61 Prozent bei Besuchern aus Israel.
Wirkung auf den Immobilienmarkt
Für den Berliner Immobilienmarkt waren beide Entwicklungen relevant. Steigende Realeinkommen stützten die Nachfrage nach Miet- und Eigentumswohnungen. Der Tourismusboom belebte den Markt für möblierte Wohnungen und Kurzzeitvermietung, vor allem in zentralen Bezirken wie Mitte und in Szenevierteln, die bei internationalen Besuchern beliebt waren.
Die internationale Präsenz zog nicht nur Touristen an, sondern auch Fachkräfte und Studierende, die später Wohnraum suchten. Bezirke wie Neukölln erlebten dadurch eine stetige Internationalisierung.
Einordnung
Die Kombination aus steigender Kaufkraft und wachsendem internationalem Interesse stützte die Marktentwicklung in Berlin. Die Daten lieferten Eigentümern und Investoren eine solide Grundlage für die Einschätzung, dass die Nachfrage nach Wohnraum in der Hauptstadt weiter ansteigen würde.