Marktanalysen
Wohnungsmarkt und Hochschulstandort
175.917 Studierende in Berlin: Was der Rekord für den Wohnungsmarkt bedeutet
Berlin zählt im Wintersemester 2015/16 über 175.000 Studierende. Mehr als die Hälfte kommt von außerhalb und konkurriert um die knapp 76.000 Einzimmerwohnungen der Stadt.
Peter Guthmann
Berlin ist Deutschlands größte Universitätsstadt. Laut Amt für Statistik Berlin-Brandenburg waren im Wintersemester 2015/16 genau 175.917 Studierende immatrikuliert, 2,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Neben den vier großen Universitäten (HU, FU, TU, UdK) gibt es sieben Fachhochschulen, vier Kunsthochschulen und zahlreiche weitere Institute. Berlin investiert jährlich über 1,7 Milliarden Euro in den Hochschulbetrieb.
Mehr als die Hälfte kommt von außerhalb
Nur rund 39 Prozent der Studierenden haben ihre Hochschulzugangsberechtigung in Berlin erworben. Das heißt: Über 80.000 junge Menschen ziehen für das Studium in die Hauptstadt und brauchen eine Wohnung. Der Anteil ausländischer Studierender liegt bei rund 18 Prozent. Diese Gruppe trifft auf einen Markt, der ohnehin von einem hohen Anteil an Einpersonenhaushalten geprägt ist. Rund 54 Prozent aller Berliner Haushalte sind Singlehaushalte. Die etwa 76.000 Einzimmerwohnungen der Stadt reichen rechnerisch nicht einmal für die auswärtigen Studierenden.
Wo die Nachfrage entsteht
Die Nachfrage konzentriert sich auf die Umgebung der großen Hochschulstandorte. Mitte mit der Humboldt-Universität und der Charité sowie Charlottenburg-Wilmersdorf mit der TU und der UdK gehören zu den Hotspots. Aber auch Wedding (Beuth Hochschule), Schöneberg (HWR) und Lichtenberg (HTW) erzeugen lokale Nachfragezentren. Die Humboldt-Universität schaffte es im Ranking des Magazins Times Higher Education auf Platz 57 weltweit.
Mikroapartments und Kapitalanlagen
Für Eigentümer und Kapitalanleger ist studentisches Wohnen ein stabiles Segment. Die hohe Nachfrage sorgt für niedrige Leerstandsquoten. Möblierte Mikroapartments treffen den Bedarf von Studierenden, die oft nur für einige Jahre bleiben. Angesichts der weiter steigenden Studierendenzahlen ist mit einer anhaltenden Nachfrage nach kleinen Wohnungen in Berlin in universitätsnahen Lagen zu rechnen.