Recht & Politik

Wohnungseigentumsgesetz (WEG) in der Praxis

WEG-Reform in Berlin: Die wichtigsten Änderungen für Eigentümergemeinschaften seit 2020

Seit fast zwei Jahren ist die WEG-Reform in Kraft und hat die Spielregeln für Eigentümergemeinschaften in Berlin grundlegend verändert. Was bedeuten die Neuerungen heute?

Peter Guthmann

Peter Guthmann

Seit dem 1. Dezember 2020 gilt das reformierte Wohnungseigentumsgesetz (WEG). Knapp zwei Jahre Praxis zeigen: Die Änderungen wirken sich spürbar auf den Alltag von Eigentümern und Verwaltern in Berlin aus. Im Kern ging es um einfachere Verwaltung, leichtere Sanierungen und mehr Digitalisierung. Vier Bereiche sind für Eigentümer und Investoren besonders relevant.

Beschlussfähigkeit und Versammlungen

Früher scheiterten Eigentümerversammlungen regelmässig an der Beschlussfähigkeit, weil zu wenige Eigentümer erschienen. Dieses Problem ist mit der Reform gelöst: Eine Versammlung ist immer beschlussfähig, unabhängig von der Teilnehmerzahl. Gerade in grossen Berliner WEGs mit vielen internationalen oder beruflich eingespannten Eigentümern beschleunigt das die Entscheidungsfindung erheblich.

Auch formale Hürden sind gesunken. Einladungen, Vollmachten und Umlaufbeschlüsse zu einzelnen Themen können jetzt in Textform erfolgen, also per E-Mail. Die Einladungsfrist beträgt drei Wochen. Eine Online-Teilnahme ist möglich, wenn die Gemeinschaft das vorher beschliesst und mindestens ein Eigentümer persönlich vor Ort ist.

Bei Abstimmungen gilt neu die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Die früheren Konstrukte aus Allstimmigkeit, qualifizierter Mehrheit und doppelt qualifizierter Mehrheit sind abgeschafft.

Bauliche Veränderungen leichter durchsetzen

Jeder Wohnungseigentümer kann jetzt auf eigene Kosten angemessene bauliche Veränderungen verlangen. Besonders erleichtert wurden: Ladestationen für E-Autos, barrierefreie Umbauten, Einbruchschutz und Glasfaseranschluss.

In Berlin steigt die Nachfrage nach Ladeinfrastruktur vor allem in Innenstadtbezirken wie Mitte oder Charlottenburg-Wilmersdorf. Die Kostenverteilung hängt von der Mehrheit ab: Wird eine Massnahme mit zwei Dritteln der Stimmen und über der Hälfte der Miteigentumsanteile beschlossen, zahlen alle. Bei einfacher Mehrheit tragen nur die Ja-Stimmen die Kosten.

Die neue Rolle des Verwalters

Der Verwalter hat durch die Reform eine Position erhalten, die der eines Geschäftsführers ähnelt. Im Aussenverhältnis kann er weitgehend eigenständig für die Gemeinschaft handeln. Als Gegengewicht: Die Eigentümer können den Verwalter jederzeit abberufen, auch ohne besonderen Grund. Der Verwaltervertrag läuft danach noch sechs Monate weiter.

Neu ist der Anspruch auf einen zertifizierten Verwalter. Abschlüsse immobilienwirtschaftlicher Studiengänge oder eine Ausbildung zum Immobilienkaufmann gelten als Nachweis. Ab Dezember 2023 greift diese Regelung bei Neubestellungen.

Was Eigentümer jetzt wissen sollten

Die WEG-Reform hat die Verwaltung von Wohnungen in Berlin flexibler gemacht. Modernisierungen lassen sich leichter durchsetzen, Versammlungen laufen effizienter ab. Gleichzeitig sollten Eigentümer die neuen Mehrheitsverhältnisse und Kostentragungsregeln genau kennen. Wer eine Wohnung in einer WEG kauft oder besitzt, sollte die Beschlusssammlung anfordern, denn gefasste Beschlüsse gelten auch ohne Grundbucheintragung für Rechtsnachfolger.

War diese Seite hilfreich?

Ihre Meinung hilft uns, diese Seite zu verbessern.

Newsletter abonnieren

Erhalten Sie monatlich die neuesten Marktanalysen und Insights direkt in Ihr Postfach.

Monatliche Insights
Erhalten Sie jeden Monat fundierte Analysen zu Berlins Immobilienmarkt.
Kein Spam
Jederzeit kündbar. Ihre Daten werden vertraulich behandelt.

Grundstückskaufvertrag in Deutschland. Teil II: Vor und nach dem Notartermin

Immobilienkauf in Berlin: Was vor und nach dem Notartermin passiert

Nach der Einigung zwischen Käufer und Verkäufer über die wesentlichen Vertragsbestandteile geht es zur Beurkundung zum Notar. Vorher gibt es einiges zu regeln und zu prüfen. Wir fassen in Teil II unserer Reihe die wesentlichen Etappen einer Beurkundung für Sie zusammen.

Grundstückskaufvertrag in Deutschland. Teil I: Notar, Grundbuch und Vertragsdetails

Notar, Grundbuch, Sicherheit: Wie Immobilien rechtssicher übertragen werden.

Der Kauf oder Verkauf einer Immobilie in Deutschland ist ein komplexer Vorgang. Eine zentrale Rolle spielt immer der Notar, denn per Handschlag lassen sich hierzulande Immobiliengeschäfte nicht verbindlich abwickeln. Worauf es beim Grundstückskaufvertrag ankommt, erfahren Sie hier.

Unsere Leistungen

Alles rund um Ihre Immobilie

Bestandwohnungen

Kostenlose Immobilienbewertung

Erhalten Sie eine erste, schnelle, anonyme und valide Einordnung auf Basis unseres umfangreichen Datenbestands und eines maschinellen Lernmodells, die Ihnen verrät, welchen Preis Sie für Ihre Wohnung in Berlin erzielen können.

Adresse auswählen und Wohnungsdaten angeben für Ihren individuellen Markteinblick

Immobilien in Berlin kaufen

Eigennutzer & Investoren

Immobilien in Berlin kaufen

Finden Sie Ihren Wohntraum oder investieren Sie zukunftssicher in Berlin mit Wohnungen in Toplagen und Mehrfamilienhäusern als Anlagechance.

Alle aktuellen Angebote
Wohnungsverkauf in Berlin

Leistungen

Wohnungsverkauf in Berlin

20 Jahre Erfahrung. Von der präzisen Wertermittlung bis zum erfolgreichen Notartermin – mit einem Netzwerk, das den richtigen Käufer findet.

Mehrfamilienhausverkauf in Berlin

Leistungen

Mehrfamilienhausverkauf in Berlin

Professioneller Verkauf von Mehrfamilienhäusern. Fundierte Bewertung, diskrete Vermarktung und Zugang zu einem etablierten Investorennetzwerk.

Mehr erfahren
Vertrieb von Aufteilern

Leistungen

Vertrieb von Aufteilern

Erfolgreiche Vermarktung aufgeteilter Wohnungen. Datenbasierte Strategien und bewährte Vertriebsprozesse für Bauträger, Aufteiler und Investoren.

Mehr erfahren