Marktanalysen
Analyse für Investoren und Eigentümer
Wie Berlins Aufstieg zur Wissensmetropole 2022 den Immobilienmarkt antreibt
Berlin zieht Talente und Tech-Konzerne an. Dieser Wandel zur Wissensmetropole schafft neue Nachfrage und erhöht den Druck auf den ohnehin angespannten Wohnungsmarkt.
Peter Guthmann
Berlin ist Deutschlands größte Universitätsstadt. Rund 200.000 Studierende an 43 Hochschulen, dazu tausende Wissenschaftler und Fachkräfte aus der Tech-Branche. Für den Immobilienmarkt bedeutet dieser stetige Zustrom eine Nachfrage, die sich nicht auf klassische Studentenviertel beschränkt, sondern durch neue Forschungs- und Technologiecampus über die ganze Stadt verteilt.
Vier Standorte, die Investoren kennen sollten
Die Verbindung von Wissenschaft, Wirtschaft und Stadtentwicklung schafft gezielte Nachfragezentren.
Adlershof in Treptow-Köpenick ist Deutschlands größter Wissenschafts- und Technologiepark. Institute der HU Berlin und über 1.200 Unternehmen sitzen hier. Die Nachfrage nach Wohnraum für Forscher, Gründer und Angestellte ist konstant hoch.
In Spandau entsteht mit der Siemensstadt 2.0 ein komplett neues Stadtquartier. Das Milliardenprojekt von Siemens verwandelt den historischen Standort in einen Forschungs- und Technologiecampus, der Arbeiten und Wohnen verbindet.
Der EUREF-Campus in Schöneberg zieht Unternehmen aus den Bereichen Energie und Mobilität an. Die Ansiedlung von Konzernen und Start-ups erhöht die Attraktivität des direkten Wohnumfelds.
Auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tegel ist die Urban Tech Republic geplant: ein Forschungs- und Industriepark, der den Berliner Nordwesten als Zukunftsstandort positioniert.
Kompakte Wohnungen: die gefragteste Assetklasse
Studierende und junge internationale Fachkräfte suchen kleine, gut angebundene Wohneinheiten. Rund 40 Prozent aller Berliner Haushalte sind Einpersonenhaushalte. Das macht kompakte Wohnungen und Mikroapartments zu einem der renditestärksten Segmente. Steigende Immatrikulationszahlen und der anhaltende Fachkräftezuzug stützen diese Nachfrage.
Wissensmetropole stützt den gesamten Markt
Der Effekt beschränkt sich nicht auf Nischensegmente. Konzerne wie Siemens und die zahlreichen Tech-Unternehmen zahlen überdurchschnittliche Gehälter. Das hebt die Kaufkraft und stützt die Nachfrage im mittleren und gehobenen Mietsegment. Laut Amt für Statistik Berlin-Brandenburg sind über die Hälfte der Berliner Erwerbstätigen hochqualifiziert, der höchste Anteil unter den deutschen Metropolen.
Für Bestandshalter bedeutet das Mietsicherheit und Spielraum für moderate Anpassungen. Die Marktentwicklung in Berlin wird nicht von kurzfristigen Trends getragen, sondern von einem Fundament aus Bildung, Forschung und einer wachsenden Wissensökonomie.