Marktanalysen
Neubau in Berlin
10.000 neue Wohnungen in Berlin: Wie sich der Neubau-Rekord auf den Markt auswirkt
2014 werden in Berlin rund 10.000 Wohnungen fertiggestellt, ein Plus von 61 Prozent. Erstmals erfüllt der Senat sein eigenes Neubauziel. Der Fokus verschiebt sich zu Mietwohnungen.
Peter Guthmann
Berlin baut 2014 rund 10.000 neue Wohnungen. Das teilte Staatssekretär Engelbert Lütke Daldrup bei einer Veranstaltung im Deutschen Architekturzentrum mit. Im Vorjahr waren es noch 6.200 Einheiten, die Steigerung beträgt damit 61 Prozent. Erstmals erfüllt der Senat die vor zwei Jahren formulierte Vorgabe, jährlich 10.000 neue Wohnungen in Berlin zu schaffen.
Mehr Mietwohnungen, weniger Eigentum
2013 wurden überwiegend Eigentumswohnungen gebaut. 2014 verschiebt sich der Fokus deutlich in Richtung Mietwohnungsbau. Der angespannte Mietmarkt mit steigenden Mieten in der gesamten Stadt macht diese Neuausrichtung nachvollziehbar. Für Kapitalanleger heißt das: Das Angebot an Neubauwohnungen zum Kauf sinkt relativ zum Gesamtneubau. Das könnte den Druck auf die Kaufpreise aufrechterhalten.
Kostenlose Grundstücke für städtische Gesellschaften
Um die Neubauziele zu erreichen, stellt der Senat fünf städtischen Wohnungsbaugesellschaften 27 landeseigene Grundstücke kostenlos zur Verfügung. Darunter sind größere Flächen in Neukölln, Treptow-Köpenick, Mitte, Pankow und Spandau. Die kostenlosen Grundstücke senken die Baukosten und sollen bezahlbaren Wohnraum ermöglichen.
Langfristige Pläne bis 2025
Bis 2025 sollen insgesamt rund 120.000 neue Wohnungen im Stadtgebiet entstehen. 20 bis 30 Prozent davon sollen so gefördert werden, dass Kaltmieten von maximal 6,50 Euro pro Quadratmeter möglich sind. Für Investoren stellt sich die Frage, wie die massive Angebotsausweitung, gerade im preisregulierten Segment, die Marktentwicklung verändert. Der anhaltende Zuzug stützt die Nachfrage, aber das wachsende Angebot wird den Berliner Markt langfristig beeinflussen.