Berliner Altbauten aus der Kaiserzeit gelten vielen als Spekulationsobjekte, aber warum eigentlich?
Denn die meisten Häuser entstanden vor mehr als 120 Jahren als Altersvorsorge von bürgerlichen Familien. Nicht selten waren es Handwerksmeister, die, ob Maurer Bäcker, gerne und viel baute. Ebenso wie die Bauherren von damals. stehen heute viele junge menschen in der Blüte des Lebens, beruflich und familiär. Was liegt also näher, als das Erbe des Berliner Altbaus aufzunehmen und zum Vermieter zu werden? Alle Marktdaten zeigen, dass der Moment, Häuser, die von Generationseigentümern verkauft werden, auch für die nächsten Jahrzehnte in private Hände zu bringen.
Der Imagewandel: Von der Mietskaserne zur bevorzugten Wohnform
Wer heute ein Mietshaus in Berlin kauft, investiert in einen heiß begehrtes, oft denkmalgeschütztes und mit einem Status verbundenes Gut. In mehr als 100 Jahren Stadtentwicklung, ist aus vielen beengten Berliner Mietshäusern, ein Klassiker geworden. Nach außen haben sich nicht die Mietshäuser dem Stadtbild angepasst, sondern umgekehrt, das Stadtkonzept den für Berlin typischen Blockrandstrukturen, mit einer städteplanerischen Festlegung, die das Berliner Bild international prägt. Hohe Decken, meist großzügige Schnitte, Stuck und Sandstein sind bei Mietern sehr beliebt. Als Wohnform ist der Altbau klar die Nummer 1 in Berlin.
Die Vorteile eines Wohn- und Geschäftshauses in Berlin sind mit einer zu rund 84 Prozent zur Miete lebenden Bevölkerung in Berlin strukturell gesetzt. Laut Zensus 2022 werden 1,66 Millionen der rund 2,05 Millionen Berliner Wohnungen vermietet. Die Eigentumsquote liegt damit bei knapp 16 Prozent und ist eine der niedrigsten in Europa. Es ist also sehr unwahrscheinlich, dass in der Mieterstadt Berlin die Eigentumsquote signifikant oder schnell steigt. Der größte Teil ihres Wohnungsbestands steckt in Gebäuden, die in der Gründer- und Kaiserzeit errichtet wurden. Der Anteil von Altbauten am gesamten Mietwohnungsbestand ist damit erheblich.
Wer besitzt die Mietshäuser in Berlin?
Die Gebäude, die zur Kaiserzeit von Schlossern, Tischlern, Baumeister und anderen Handwerkern und gut situierten Bürgern errichtet wurden, wurden in mehreren Generationen weitervererbt und haben Kriege und Systeme überdauert. Der Wunsch, über das Alter hinaus auch die folgenden Generationen abzusichern, ist aufgegangen. Der ganz große Teil der Berliner Mietshäuser befindet sich noch heute in privaten Händen und steht nicht für Spekulation, sonder für über 120 Jahre Kontinuität, Tradition und den wichtigsten Dienst an der Gesellschaft, Wohnraum zu schaffen.